Fünf wichtige Modalverben
Modalverben verändern die Bedeutung eines zweiten Verbs. Sie zeigen zum Beispiel, ob jemand etwas kann, muss, will oder darf.
Ich kann gut schwimmen.
Wir müssen heute arbeiten.
Sie will Deutsch lernen.
Ihr sollt mehr üben.
Lerntipp: Lerne jedes Modalverb mit einer Bedeutung und einem vollständigen Beispielsatz. Das hilft mehr als eine lange Übersetzungsliste.
So konjugierst du Modalverben
Bei ich, du und er/sie/es ändert sich häufig der Stammvokal. Die Formen für „ich“ und „er/sie/es“ sind gleich und haben keine zusätzliche Endung.
| Person | können | müssen | wollen | dürfen | sollen |
|---|---|---|---|---|---|
| ich | kann | muss | will | darf | soll |
| du | kannst | musst | willst | darfst | sollst |
| er / sie / es | kann | muss | will | darf | soll |
| wir | können | müssen | wollen | dürfen | sollen |
| ihr | könnt | müsst | wollt | dürft | sollt |
| sie / Sie | können | müssen | wollen | dürfen | sollen |
Achtung: Im Singular verschwindet der Umlaut: können → ich kann, müssen → ich muss, dürfen → ich darf.
Die Verbklammer im Aussagesatz
Das konjugierte Modalverb steht an Position 2. Das zweite Verb steht als Infinitiv ganz am Satzende. Beide Verben bilden zusammen eine Verbklammer.
Ich muss heute lange arbeiten.
Subjekt + Modalverb + weitere Informationen + InfinitivHeute muss ich lange arbeiten.
Zeit + Modalverb + Subjekt + weitere Informationen + InfinitivWir wollen morgen früh aufstehen.
Nach einem Modalverb bleibt „aufstehen“ als Infinitiv zusammen.Fragen mit Modalverben
In einer Ja-Nein-Frage steht das Modalverb ganz vorne. Bei einer W-Frage steht zuerst das Fragewort und danach das Modalverb. Der Infinitiv bleibt am Satzende.
Kannst du morgen kommen?
Modalverb + Subjekt + weitere Informationen + Infinitiv
Wann musst du arbeiten?
Fragewort + Modalverb + Subjekt + Infinitiv
Können Sie mir bitte helfen?
Mit „bitte“ klingt die Frage höflicher.
Modalverben verneinen
Mit nicht verneinst du eine Handlung oder Aussage. Mit kein verneinst du ein Nomen ohne bestimmten Artikel. „Nicht dürfen“ bedeutet, dass etwas verboten ist.
Ich kann heute nicht kommen.
Die Handlung „kommen“ ist nicht möglich.Ich möchte keinen Kaffee trinken.
„Keinen“ gehört zum Nomen „Kaffee“.Du darfst hier nicht rauchen.
„Nicht dürfen“ drückt ein Verbot aus.Wichtig: „Du musst nicht kommen“ bedeutet: Es ist nicht notwendig. Es bedeutet nicht automatisch: Du darfst nicht kommen.
„Möchten“ im Alltag
Mit möchten formulierst du einen Wunsch höflich. Die Form kommt vom Verb „mögen“, wird auf A1 aber oft zusammen mit den Modalverben gelernt, weil der Satzbau gleich funktioniert.
Ich möchte einen Tee bestellen.
Wir möchten das Brot kaufen.
Möchtest du etwas trinken?
Modalverben sicher anwenden
×Ich kann spreche Deutsch.
✓Ich kann Deutsch sprechen.
Nur das Modalverb wird konjugiert. Das zweite Verb steht als Infinitiv am Ende.×Heute ich muss arbeiten.
✓Heute muss ich arbeiten.
Steht „Heute“ vorne, folgt das konjugierte Modalverb direkt danach.×Wir wollen kaufen ein.
✓Wir wollen einkaufen.
Nach einem Modalverb bleibt ein trennbares Verb als Infinitiv zusammen.×Du darf hier nicht rauchen.
✓Du darfst hier nicht rauchen.
Bei „du“ endet die Form von „dürfen“ auf -st: du darfst.Wähle jetzt die passende Form oder Wortstellung. Nach jeder Antwort siehst du den vollständigen Satz und eine kurze Erklärung.
Ich ___ heute länger arbeiten.
Tipp: Achte zuerst auf das Subjekt und danach auf den Infinitiv am Satzende.
